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6 Männer wegen Praktizieren von Homosexualität in Marokko verurteilt
Artikel von Sonja Dries / Jänner 08
Ksar El Kebir, Marokko – Fouad Friret und fünf weitere Männer wurden nach einer Privatparty, bei der eine Schwulenhochzeit nachgestellt worden war, vor über eineinhalb Monaten in Ksar El Kebir, einer kleinen Stadt in Nord Marokko, verhaftet. Ein Video der Party, dass auf Youtube öffentlich zugänglich war, veranlasste einige lokale Zeitungen und muslimische Parteien dazu, dies als “perversen Akt” zu denunzieren und dazu aufzurufen, die Männer zu bestrafen. Hunderte aufgebrachte Einwohner gingen auf die Straße bis zu dem Haus, indem die Party stattgefunden hatte. Der Hausbesitzer musste Schutz bei der örtlichen Polizei suchen.
Die sechs Männer wurden unter Artikel 489 des Marokkanischen Strafgesetzbuches beschuldigt, der “grausame und unnatürliche Taten mit einem Individuum des gleichen Geschlechts” mit bis zu drei Jahren Haft und bis zu 1,200 Dirhams (ungefähr 150 Euro) bestraft.
Bei der Verhandlung beschworen alle sechs Männer ihre Unschuld. Alle stritten ab, während der Party gleichgeschlechtlichen Kontakt gehabt u haben. Das Youtube Video wurde während der Verhandlung gezeigt, konnte aber keine Beweise für „grausame oder unnatürliche Taten mit einem Individuum des gleichen Geschlechts“ zeigen.
Trotz fehlender Beweise wurden drei der Männer zu sechs Monaten Haft und zwei weitere zu 4 Monaten haft verurteilt. Fouad Friret, der Hausbesitzer, wurde wegen homosexuellem Verhalten und dem illegalen Verkauf von Alkohol zu 10 Monaten Haft verurteilt.
Amnesty International erachtet die Benutzung des Gesetzes, um Individuen wegen gleichgeschlechtlichen Beziehungen einzusperren, als grobe Verletzung der Menschenrechte. Artikel 489 des Marokkanischen Gesetzbuches widerspricht mehreren Menschenrechtsverpflichtungen.
Aufruf zum Handeln:
Bitte sendet eine Nachricht per Fax oder E-Mail and die Marokkanische Botschaft in eurem Land, mit der Bitte, dass euer Besorgnis an die Marokkanische Regierung in Rabat weitergegeben wird.
Die Nachricht soll:
Quelle: Amnesty International
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