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Netzwerk LGBT-Rechte auf der Europride in Zürich vertreten
Artikel Martin Baumgartner / Juni 2009
Gemeinsam mit etwa 100 Amnesty-AktivistInnen aus der Schweiz und anderen Ländern nahmen Vertreter des österreichischen Netzwerkes LGBT-Rechte an der Europride in Zürich am 6. Juni 2009 teil und setzten damit ein Zeichen gegen Verfolgung und Diskriminierung an LGBT-Personen: Immer noch wird beispielsweise Homosexualität in mehreren Dutzend Ländern kriminalisiert, in mehreren steht sogar noch die Todesstrafe auf einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr unter Erwachsenen. Unter dem Motto "Act out for equal rights" wurde ein deutliches Zeichen gegen diese und andere Menschenrechtsverletzungen gesetzt. Weiters sammelten die AktivistInnen 2000 Unterschriften für Petitionen, etwa gegen ein in Litauen geplantes Gesetz, das Aufklärung über Homosexualität de facto illegal machen würde, gesammelt.
Eine der RednerInnen auf der Bühne am Abschluss der Parade war Mihaela Copot, AI-Aktivistin aus der Republik Moldau. Sie berichtete über die schwierige Situation, in der LGBT-Personen ihrem Heimatland und anderen osteuropäischen Staaten leben, und illustrierte damit, wie bitter nötig das Engagement für gleiche Rechte trotz der Fortschritte in den westeuropäischen Ländern noch ist: "Dies ist die vierte Pride in meinem Leben, an der ich teilnehme. Aber keine dieser vier hat in meinem eigenen Land, in Moldau stattgefunden. Seit Jahren kämpft die Schwulen-, Lesben-, Bi- und Trans-Community in Moldau dafür, einen friedlichen Umzug im Namen ihrer grundlegenden Menschenrechte zu veranstalten. Die moldauischen Behörden verbieten es ihnen regelmäßig - entgegen dem Gesetz, das freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit garantiert.". Copot appellierte auch an die TeilnehmerInnen: "Ich rufe euch auch: geht auf die Straße, auch für die, die das nicht können. Vor allem aber rufe ich euch auf: Geht MIT UNS auf die Straße - auf die Strassen in Osteuropa, solidarisch, für unsere Menschenrechte, für unsere Liebe, für unsere Würde! Geht mit uns auf die Straßen in Bukarest, Riga, Moskau, Chisinau und vielen anderen Städten, wo die Zahl der Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten bisher größer ist als unsere."
Neben einer Teilnahme an der Parade organisierten Amnesty International Schweiz bzw. die Schweizer LGBT-Rechte-Gruppe von Amnesty International, queeramnesty, auch verschiedene weitere Veranstaltungen im Rahmen der Europride, etwa eine Workshopkonferenz zur Vernetzung von Amnesty-AktivistInnen in verschieden Ländern oder eine Abendveranstaltung mit einem Vertreter des Eidgenössischen Departements des Äusseren (Außenministerium) über Menschenrechte von LGBT-Personen in der Schweizer Außenpolitik.
Mehr Infos zur Beteiligung von Amnesty International auf der Europride sowie Fotos finden sich auf www.queeramnesty.ch
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