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Ungarische Polizei versagt beim Schutz der TeilnehmerInnen des „Pride March“ in Budapest
Artikel von Sonja Dries / August 07
Während des „Pride March“ in Budapest wurden die TeilnehmerInnen von GegendemonstrantInnen verbal und physisch angegriffen. Die Polizei versäumte es genügend Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und die LGBT-Personen zu beschützen.
Am 2. Juli 2007 trafen sich ca. 2000 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender
für eine friedliche Demonstration im Zuge des „Pride March“.
Einige hundert GegendemonstrantInnen beschimpften die vorbeiziehenden LGBT-Personen
und warfen Eier, Flaschen und Molotov Cocktails. Mehrere Personen wurden
verletzt. Obwohl die Polizei während der Parade anwesend war, machte
sie keine Anstalten die unangemeldete Gegendemonstration aufzulösen
und verletzten somit das Gesetz des Versammlungsrechts.
Der Buddha Beach Club, indem die After-Party stattfinden sollte, wurde aus Sicherheitsgründen für einige Stunden gesperrt um die GegnerInnen von den LGBT-Personen fernzuhalten. Als der Club wieder geöffnet wurde und die TeilnehmerInnen die Party verließen, wurden sie erneut angegriffen. Die Polizei hatte versäumt regelmäßig zu patrouillieren und reagierte auch nicht auf getätigte Notrufe. 11 zusammengeschlagenen Personen wurden gemeldet.
Amnesty International ist außerdem über die Einstellung der
PolizeibeamtInnen im Bezug auf die TeilnehmerInnen der Parade besorgt. NGO`s
berichteten von BeamtInnen die auf Bitten um Hilfe mit diskriminierender
und beschuldigender Einstellung reagierten.
In einem Fall hatte eine Aktivistin die Polizei gebeten effektiver zu Handeln,
die Antwort war:“ sie wollte an dem Event teilnehmen, deswegen soll
sie jetzt die Konsequenzen tragen.“
Während des Tages wurden acht DemonstrantInnen festgenommen. Amnesty
International ist der Meinung, dass die Zwischenfälle durch angemessene
Handlungen der Polizei hätten verhindert werden können.
Aufruf zum Handeln:
Amnesty International ruft die Ungarischen Behörden dazu auf:
Hintergrund:
Das Versäumnis der Behörden, die TeilnehmerInnen des „Pride
March“ zu beschützen verletzt deren Recht auf gleichen Schutz
für alle, das im Artikel 26 des „International Convenant on Civil
and Political Rights (ICCPR), festgeschrieben ist, an dem Ungarn teilhat.
Amnesty International fordert die Ungarischen Behörden dazu auf diskriminierende
Einstellungen von Polizisten zu bestrafen um Ausdrucksfreiheit (Artikel
19 ICCPR) und friedliche Demonstration (Artikel 21 ICCPR und Artikel 11
der Europäischen Konvention) zu garantieren.
Quelle: Amnesty International
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